Toulouse 9.-13.06.2007
Toulouse – Ein
neues Jahr, eine neue Chance
von Ferdinand Staudinger
Betreiber des Unterfangens:
Kapt. Schmitzberger Alf
Nachdem Toulouse 2006 aufgrund der ungünstigen
Wetterbedingungen
entfallen musste wurde ein neuerlicher Anlauf gestartet.
SkyAlf, wie
er vermutlich aufgrund der Ähnlichkeit mit der bekannten
Fernsehfigur genannt wird, hatte sich wieder in den Kopf gesetzt nach
Toulouse zu fliegen um die AIRBUS Werke zu besichtigen und seinen Freund
François und dessen Frau Evelyne zu besuchen.
Die Flugvorbereitung wurde vom Vorjahr übernommen und nachdem
sich BUCHNER Franz, KREIS Fritz, LEIMÜLLER Franz, BERNARDI Walter
und BERNARDI Peter und meine Wenigkeit zu dem Trip entschlossen hatten,
wurde der Termin 9.- 12. Juni 2007 als Reisezeit festgelegt.
FLUGPLANUNG: Schmitzberger u Bernardi
Um die letzten Klarheiten
zu beseitigen wurde zu einer Abschlussbesprechung am 7. Juni 2007 um 10.00
Uhr bei Alf und seiner Johanna geladen.
Die voraussichtliche Flugroute wurde besprochen und anschließend die Zusammenstellung
der Tagesettappen (Tankstops – Alternates, etc.) fixiert.
Der Abflug könnte am 9. Juni 2007 erst um ca 14.00 Uhr sein – BERNARDIS
hatten leider keinen Ersatz für ihr Geschäft bekommen. Deshalb wollten
wir uns um 12.30 Uhr am Flugplatz in Salzburg treffen und die Flugzeuge klar
machen, um dann das Eintreffen der beiden BERNARDI‘s abwarten
Das ursprüngliche Ziel gleich am ersten Tag - direct to „Barcelona“ musste
daher gecancelt werden und so war für den ersten Tag CARCASSONNE das neue
Ziel.
Fahrgemeinschaft zum Flugplatz wurden vereinbart.
Kartenmaterial/Anflugblätter wollten BERNARDI bzw BUCHNER kopieren und am
Abflugtag austeilen.
Anschließend Verköstigung durch Johanna, die sich sehr viel Mühe
gemacht hatte und wir nach dem Essen schon Bedenken haben mussten, das MTOW in
2 Tagen zu überschreiten. Danke an Johanna für das gute Essen und die
liebe Bewirtung.
Tag X: Samstag 9. Juni 2007
Anruf um 08.20 Uhr von BUCHNER Franz – wir könnten schon
früher fliegen, weil die BERNARDI doch einen Ersatz gefunden haben.
Auch gut, sollte doch das Wetter am Nachmittag wieder gewitterig werden.
Also gleich um 10.30 Uhr Abfahrt nach Salzburg. BUCHNER Franz bei seiner
KATHI und Junior VINCENT abgeholt.
Beide waren wir einstimmig der Meinung, wieder einmal ein paar Tage
frei verdient zu haben.
Schmitzberger Alf mit Johanna samt Sohn und Schwiegertochter und Enkel
sind auch gekommen um uns eine Gute Reise und einen Guten Flug zu wünschen. „oder
sollte das vielleicht heißen, - bitte bringt`s uns den Alfred
wieder gut heim?“
Flieger CHECK:
KREIS Fritz und LEIMÜLLER Franz machen
ihre Katana OE-AAI,
Alfred und Franz Buchner die Super Dimona OE-9439 startklar.
Ich selbst kümmere mich um die PA 28-161, OE-DHH.
Fredi teilt die fehlenden Karten und Anflugblätter aus. Anschließend
geben wir unsere Flugroute in die GPS ein.
Die Bernardi's treffen um 12.20 Uhr ein und
wir machen jetzt noch einmal Wetter-Check for LEG 1 to Besançon (FR). Für die
nächsten Stunden sind keine größeren Störungen
angesagt. Erst am Nachmittag ist wieder mit der Ausbildung von Gewittern
zu rechnen. Aufgabe des online FLP. Alles ist schnell erledigt.
12.40 wir lassen unsere Motoren an und Alf ersucht um Rollfreigabe:
„
OE-9439 Formation - is a formation of 3 aircraft - request taxi“.
Funk wird von Schmitzberger abgewickelt – wir unterhalten uns
intern auf 123,45 - wir bekommen die 34 über E und rollen gemeinsam
dorthin.
RUNUP-CHECK per Handzeichen OK an Alf und wir sind
READY FOR DEP.
LINE UP – und CLEAR FOR TAKE OFF, für
1. Leg nach BESANCON
airborne 12:50 Loc.Time LOWS
Ausflug über Wiskey – Teisendorf – aber wo bleibt
die Katana ?
Die behaupten der Vogel geht nur 85 ktn – aber wir wollen heute
noch in CARCASSONNE ankommen. 
Jeder gibt ein paar gute Tipps wie man Geschwindigkeit aufbauen kann,
von Gashebel voll rein, leichten Sinkflug, bis lernt`s fliegen etc,
etc.
Trotzdem gelingt es der Katana Crew vorerst nicht Speed zu machen.
Außerdem ist die Funkverbindung mit ihnen derart miserabel, dass
wir nicht einmal die Hälfte verstehen.
Alfi dreht am Chiemsee mit der Dimona ab und wir halten mit der OE-DHH „direct
to“ Donaueschingen mit leicht vermindertem Speed von 90 ktn.
Kurzer Funkspruch mit München Info, damit die Bescheid wissen.
Nach ca. 15 Minuten bekommen wir wieder von Alfi zu hören, dass
die Katana jetzt mit 95 ktn fährt und langsam nachkommt. Wir reduzieren
noch auf 85 ktn, damit wir wieder Formation fliegen können und
nach Tannheim – Leutkirch sind die Dimona und Katana wieder bei
uns und Alfi und Franz übernehmen über den Schwarzwald wieder
die Führung.
Nach Donaueschingen halten wir Richtung Bale-Mulhouse(Basel)
und exakt 3 Stunden nach unserem Start in Salzburg setzen wir in BESANCON
auf.
Nur eine Formation Landing haben sie uns nicht erlaubt. Und auch beim
Starten lassen sie uns nur einzeln raus.
Tankstop ist angesagt. Und wer sich erleichtern muss geht pinkeln.
Zuerst erkundigt sich Alfi wegen des Tankens, doch wir bekommen hier
keinen Sprit für unsere Maschinen.
Nach kurzer Besprechung und Info durch Tower entscheiden wir uns nach
VESOUL-Frotey weiterzufliegen.
Eigentlich wollten wir in BESANCON einen Kaffee trinken, doch dazu
haben wir jetzt auch keine Zeit und Lust, denn „wann de kan Sprit
für uns ham – fliagma wida ham!“ - nach VESOUL.
Zusatz Leg: BESANCON – VESOUL 22 min.
Ab Richtung Norden – entgegen unserem ursprünglichen
Ziel.
VESOUL ist über Funk nicht erreichbar. Siesta oder Mittagspause
oder wie das hier heißt. Oder vielleicht kann auch keiner Englisch.
Der Platz liegt auf einem Hügel und ist Richtung 26 abschüssig.
Wir fahren sofort nach der Landung zur Tankstelle, weil wir uns von
BESANCON aus telefonisch ankündigen haben lassen.
Ein typischer Franzose mit Strohhut, leichter, heller Kleidung hilft
uns beim Tanken und der spricht sogar gebrochen Deutsch - welch Überasschung.
Kurz nach uns landet eine weitere Katana und wie wir bei einem Gespräch
mit dem franz. Piloten und Fluglehrer erfahren, ebenfalls ein Mitglied
des Jungfliegeraustauschprogramms. Alfi ist sofort in seinem Element.
Und deshalb nehmen wir uns hier auch Zeit für einen Kaffee.
Nachdem wir aber noch ca. 3 Stunden bis CARCASSONNE zu fliegen haben
brechen wir kurz vor 18.00 Uhr für unseren
3. Leg VESOUL – CARCASSONNE auf.
Aber was ist jetzt los. Die Katana will nach
dem Start unbedingt Richtung Norden weiterfliegen. Wir reden wieder
gutmütig auf die Crew ein
und können sie überzeugen, dass unser Ziel in südlicher
Richtung liegt.
Oder ist es vielleicht daran gelegen, dass die Anweisungen von Alfi
Rechts nach dem Abflug anstatt LINKS gegeben wurde.
RECHTS – LINKS ist eigentlich Wurscht, wennst trotzdem weißt,
wo`s Ziel ist. Nur das dürfte zu dem Zeitpunkt für die Katana
Crew nicht klar gewesen sein.
Aber zu unserem Erstaunen ist die Katana jetzt mit dem Speed auf gleicher
Höhe (vielleicht macht das der französische Sprit).
Zum Wetter sei zu sagen – Nach dem Schwarzwald eigentlich nur
mehr Sonnenschein und angenehm warm – gute Sicht und erst gegen
Abend in Richtung Marsaille Bewölkung mit Gewitterneigung. Aber
davon sind wir weit genug weg.
Funktechnisch gibt es leichte Probleme bei
uns. Wir hören Alfi,
wenn er auf der Info Frequenz funkt, aber wir hören die Auskünfte
die Alfi erhält nicht und das ist unbefriedigend. Wüsste
man doch selber auch gerne, was die Franzosen so sagen, oder wie gut
der Alfi französisch kann.
Es geht Richtung Süden, vorbei an St.Etienne – Mende, eine
herrliche Gegend mit Schlössern – großen Herrschaftshäusern,
viel Landwirtschaft und grüner Gegend soweit das Auge reicht.
Ü
ber dem östlichen Rand des Massiv-Central genießen wir so
richtig die herrliche Fliegerfreiheit in Frankreich. Flugplätz
gibt es a` maß und auch Windkraftwerke oder wie die BERNARDI
Brüder sagen „Hubschrauber die verkehrt herum stehen und
am Boden angemacht sind“.
Zwischendrin nach - ca. 2 Stunden - kommen wir an Millau vorbei,
……
..und schon von weitem sehen wir die „Pont de Millau“ (Brückenbauwerk
des 21.Jht) - Überdimensionale weiße Stützen ragen
in den Himmel und eine Reihe von Stahlseilen spannt sich von den Stützen
zur Fahrbahn.
Für Piloten fast eine Einladung zum Fangen spielen unter der Brücke.
Wir müssen jedoch weiter und halten jetzt „direct to“ CARCASSONNE.
In der Abenddämmerung - die letzten Sonnenstrahlen blinzeln über
den Horizont - fliegen wir auf CARCASSONNE zu und erhoffen uns noch
das eine oder andere gute Foto von der imposanten Burg (Chateau de
Carcassonne). Doch leider setzt sich in diesem Moment eine Wolke vor
den Sonnenuntergang und es ist nur mehr halb so schön zum Fotografieren.
Nach mehrmaligem Funkspruch an SALVAZA Tower, auf die wir keine Antwort
bekommen, fliegen wir auf die 28 und landen exakt um 21.00 Uhr Loc.Time.
Peter zückt nach dem Aussteigen sofort sein Notfalltropferl und
jeder genießt einen Schluck des guten Hochprozentigen. Wir befestigen
unsere Flieger an den vorgesehenen Ösen, laden unser Gepäck
aus und verlassen über einen Hintereingang vom Club-Hangar den
Flugplatz.
Das Taxi, das uns zum Hotel bringen soll braucht unserer Meinung nach
viel zu lange - wir sind schon fast am Verhungern. Endlich beim Hotel
- einchecken und kurzer Toilette - treffen wir uns am Hoteleingang
und finden gleich um die Ecke ein nettes Restaurant.
Das ALB* ist angesagt und die erste Halbe ist schon beim Hinschauen
verdunstet. Das Essen war ausgezeichnet und ich beschließe nach
dem 2 Bier und 3 Glas Rotwein ins Bett zu gehen und einmal richtig
auszuschlafen.
Den Weiterflug nach Barcelona am nächsten Tag haben wir dann gestrichen
und uns dafür entschieden das Chateau zu besichtigen und dafür
eine Nacht länger in Toulouse zu verbringen.
* ALB – after landing beer
Sonntag 10.6.
Beim Frühstück um 08.00 Uhr teilt uns eine höffliche
Rezeptionistin mit, dass der Nachtportier das mit den Kreditkarten
nicht richtig gemacht hat und wir werden gebeten noch einmal zu bezahlen.
Das Frühstück selbst ist eher bescheiden und der Brotkorb,
die Milch und Kaffee usw. fast immer leer.
Nebenher besprechen wir den weiteren Ablauf des heutigen Tages. Alfi
hat inzwischen Kontakt mit seinen Freunden in Toulouse aufgenommen.
Evelyne muss zwar heute arbeiten, aber sie wird uns am späten
Nachmittag im Hotel besuchen.Nach
dem Frühstück räumen wir zuerst die Zimmer und
deponieren unser Gepäck bei der Rezeption. Anschließend
gehen wir quer durch die Stadt in Richtung Chateau. Dabei kommen wir
auch an einer kleinen Boulangerie vorbei. Unser Bäckermeister
kommt nicht umhin sich das Geschäft näher anzusehen. Jetzt
ist er wieder gerne Bäcker in Österreich… - die Franzosen
arbeiten derart beengt, dass Franz fast Platzangst ähnliche Zustände
beim hineinsehen bekommen hat.
Das Chateau ist, wie schon anfangs gesagt,
ein imposantes Bauwerk,
das seinesgleichen sucht. Meterdicke Burgmauern
und unzählige
Türme, alles in sehr gutem Zustand. Nach dem Betreten merkt man,
dass es als Touristenattraktion vermarktet wird. Alles was irgendwie
mit Ritter, Burgen etc. zu tun hat, kann man hier als Souvenir kaufen.
Ein guter Rat, nehmt bloß keine Kinder dorthin mit…ansonsten
geht ihr mit einem Ritter oder einem Burgfräulein nach Haus.
Anschließend haben wir noch kurz einen Bummel in die Stadt unternommen
und sind prompt am Hauptplatz in ein „Erntedankfest“ geplatzt,
wobei wir die Vielfalt an Früchten, Obst und Gemüse aus der örtlichen
Landwirtschaft besonders hübsch und dekorativ dargeboten erlebt
haben.
Gegen Mittag sind wir mit dem Taxi zu Flugplatz gefahren und dann ohne
große Kontrollen zu unseren Fliegern spaziert.
Nach dem Auftanken heben wir
um 14:32 ab nach Toulouse
LASBORDES ab.
Und wie schon beim Ersten Mal, wieder einzeln
starten und keine „formation-departure“ -
dafür 5 Minuten Abstand wegen unserer wake- turbulance. Ob die
Franzosen nicht wissen, dass die Piper, Katana und Super Dimona light
aircraft sind, habe ich mich gefragt.
Nach nur 33 Minuten landen wir in Toulouse LASBORDES. Auch hier dürfen
wir keine formation landing durchführen, die OE-AAI als letzte
Maschine musste sogar durchstarten, da die Piste noch nicht frei war.
Auch egal, was soll´s.
Da am Abend eine Schlechtwetterfront durchziehen
sollte, haben wir unsere Flieger schön fest gebunden. Kurz den edlen Tropfen von
Peter und ab zu Fuß zum „nur 300 m“ entfernten Hotel.
Ich glaube Alfi hat nicht nur RECHTS-LINKS Probleme sondern auch bei
der Entfernung Kilometer und Meilen verwechselt. Dafür war das
ALB umso besser. Eigentlich wollte keiner mehr aufstehen nach dem 3.
oder 4. Blond. Da muss man eben hart zu sich sein und den inneren Schweinehund überwinden …und
als
Erster unter die Dusche.
Das Abendessen gleich nebenan im Grill-Restaurant
war eher eine Enttäuschung
für mich. Die Franzosen können scheinbar kein Steak medium
braten. Das erste Stück war well done, das Zweite war rear,
und beim dritten Anlauf war das Fleisch außen verkohlt. Die Kommentare
meiner Mitesser, ob meiner Heikelkeit waren auch nicht gerade aufbauend.
Aber wie ein Sprichwort schon sagt, wer den Schaden hat, braucht sich
um den Spot nicht zu sorgen. Selbst mit Rotwein konnte dieser Abend
für mich nicht mehr gerettet werden.
Der einzige Trost - zum Bett war es nicht mehr weit und die Schlechtwetterfront
war wie vorhergesagt auch voll eingefallen.
Montag 11.06
Beim Frühstück habe ich dafür
umso mehr aufgeladen und Franz hat sofort gewusst, dass man am Vormittag
ein Bier trinken
kann.
Mit Evelyne und einem Freund des Hauses sind wir zu den Airbuswerken,
wo wir zuerst so einen Riesenvogel A380 beim Landen zugesehen haben.
Unglaublich, dass so etwas fliegt und technisch machbar ist.
Leider haben wir nur den Rand des Eisberges sehen könne, doch
allein schon die Hallen und das Ganze drum herum…..Wahnsinn.
Nach den Airbuswerken besuchten wir noch die Stadt Toulouse mit unserer
charmanten Reiseleiterin Evelyne, die sich extra für uns den ganzen
Tag frei genommen hat. Ein wenig Metro fahren und wie man die Schalter
am Besten umgeht haben wir auch gelernt.
Und ich habe beim Busfahren gelernt, dass ich meine Karte nicht in
jeden Schlitz stecken soll. Kostet 2,40 wenn die Zeit abgelaufen ist
und das rote Lämpchen blinkt.
Das Abendessen haben wir dann in einem kleinen, speziellen Lokal namens “K
lien T“ (-calliente gesprochen – was auf spanisch „heiß“ bedeutet)
gemeinsam mit Evelyne und François eingenommen. Französische
Küche mit Entenleberpastete und verschiedenste Salamis als Vorspeise
und Entenbrüstchen in Rotweinsauce als Hauptgang. Ein paar Flaschen
Rotwein zum drüberstreuen und ab ging es wieder ins Hotel.
Für nächsten Morgen war wieder fit sein angesagt, wir wollten
um 10.00 Uhr Richtung Heimat aufbrechen, falls es der Wettergott zuließe.
Dienstag 12.06.
Nach dem Frühstück noch kurz ein Wetter-Check beim Hotel-PC.
Schaut aus als müssten wir den gleichen Weg zurück. Südlich
der Alpen über Italien scheint kein Durchkommen. Wir entschließen
uns nach eingehender Beratung und Information mit François wieder über
das Massiv-Central und den Schwarzwald nach Hause zu fliegen. Die größeren
Schwierigkeiten dürften uns kurz vor dem Schwarzwald erwarten
bzw. im Dreiländereck FR/CH/D.
Um 10.11 Uhr starten wir los und wollen am
1. Leg bis nach ROANNE wo ein Tankstop eingeplant ist.
Auf den ersten Meilen geht es gut voran,
RECHTS-LINKS haut auch schon ganz gut hin und die Speed bei der Katana
ist famos. Nur reden wollen
die nicht immer mit uns. Wieso eigentlich? Hätten wir doch immer
einen passenden Tipp parat.
Das Wetter ist anfangs CAVOK.
Um 10 Minuten vor 12.00 Uhr (Tankstelle in Roanne hat von 12.00 bis
14.00 Uhr geschlossen) wird’s langsam eng, in jeder Hinsicht.
Die Wolken liegen auf dem Bergrücken direkt vor Roanne völlig
auf. Wir hätten laut GPS nur noch 7 Minuten bis zum Platz. Doch
es scheint kein Durchkommen. Walter probiert einen Talübergang
zu finden, doch anfangs müssen wir gleich wieder umkehren. Wir
fliegen wieder zurück hinaus ins Flachland wo mehr Platz ist.
Erneut fliegen wir in das nächste Tal ein, tiefer und tiefer nur
ganz hinten ist noch ein kleiner heller Fleck. Ist das schon die andere
Seite oder steht dort der Regen an, in dem sich die Sonne spiegelt?
Quer zum Talübergang fliegt Walter am Hang entlang um sich eine
Umkehr-möglichkeit frei zu halten. Nein wir brauchen nicht umzudrehen,
wir sehen rüber und durch geht’s. Ein paar Minuten später
landen wir in ROANNE.
Niemand da, nur ein paar Segelflieger aus Holland mit ihren Zelten.
Die Tankstelle hat auch schon zu und wir packen vorerst unseren Reisproviant
aus und essen gemütlich ein paar Brote und Äpfel im Stehen.
Doch dann fängt es an zu schütten und wir verziehen uns unter
das Dach des Fliegerclubs, der wider Erwarten offen hat. Drei Jungflieger
sind da die Kochen und auch ein Internetanschluss mit PC, den wir benützen
dürfen. Damit ist uns schon geholfen. Wir sehen uns sofort die
aktuellen Bilder im Wetterradar an und das Wetter scheint Richtung
Nord-Osten abzuziehen. Jetzt heißt es nur noch warten, dass es
zu Regnen aufhört und dass der Tankwart wieder kommt. Kurz nach
14.00 Uhr erscheint der Tower Mann und ¼ Stunde danach ist auch
der Tankwart da, der uns höflich mit Benzin versorgt. Und auch
hier haben wir wieder einen deutschsprachigen Franzosen gefunden. Sprit
kostet 1,71 und zum Ersten Mal in Frankreich zahlen wir eine Landegebühr.
Je 4,- € für die Katana und Dimona und 7,- € für
die Piper 28.
2. Leg nach COLMAR Hussen
Um 14.56 fliegen wir in Roanne wieder los und wollen heute noch
bei MACON bzw. BELLEVILLE entlang der Saone bis nach COLMAR-Hussen.
Das Wetter ändert sich laufend, mal schöner mal wieder
etwas Regen, dann sinken die Wolken wieder verdächtig und wir
fliegen entlang der Autobahn. Den Flieger waschen wir dabei in der
Luft und kurz vor COLMAR steht noch östlich der Stadt eine große
Gewitterzelle. Die streifen wir jedoch nur leicht und ohne Probleme
landen wir in letztendlich COLMAR Hussen.
Die Dame am Landegebührschalter schaut uns verdutzt an fragt was
wir hier machen. Nachdem wir keine
Zimmer reserviert haben ist sie
noch mehr verdutzt, weil angeblich die ganze Stadt ausgebucht ist.
Nach einigem Nachhaken erkundigt sich die Frau und findet schließlich
auch ein preisgünstiges Hotel. Per Taxi geht’s in die Stadt
und nach dem Einchecken setzten wir uns in der Bar auf das ALB zusammen.
Zum Abendessen beschließen wir in die Altstadt zu gehen und treffen
uns wieder um 19.00 Uhr vor dem Hotel. Wir schlendern gemütlich
durch die Straßen und bewundern die schön restaurierten
Fachwerkhäuser im Hexenhausstil. Eine Touristenattraktion durch
und durch und dazu ein Weinanbaugebiet.
Wir versuchen die hiesige Küche in einem kleinen Hinterhoflokal
und finden auch eine nette Bedienung.
Zu lange halten wir es jedoch nicht aus, wollen wir doch am nächsten
Tag so früh als möglich (um 08.00 Uhr sperrt der FPL auf)
nach dem Auftanken Colmar in Richtung Salzburg verlassen. Auch die
Wettervorhersage sagt für Vormittag günstiges Flugwetter
voraus. Erst am Nachmittag soll es wieder vom Schwarzwald bis Salzburg
am Nordalpenrand gewitterig werden.
Mittwoch 13.06.
Wir frühstücken schon zeitig und dann geht’s mit dem
Taxi raus zum FPL. Der Tankwart lässt etwas auf sich warten und
will die Maschine genau in Position geschoben haben.
Erst um 09.11 Uhr sitzen wir wieder in unseren Fliegern und jetzt wollen
wir uns den Weg Richtung Heimat suchen. Gleich nach Colmar müssen
wir über einen Bergrücken und die Restbewölkung vom
Nachtregen hängt noch in den Tälern. Die Sucherei beginnt
von Neuem und im Tiefflug finden wir bei Freiburg über den Schwarzwald.
Vorbei an Donaueschingen und nördlich am Bodensee entlang finden
wir unseren Weg nach Kempten. Danach werden die Wolken lichter und
die Sonne scheint uns wieder ins Cockpit. Der Rest ist eigentlich nur
mehr Formsache. Ohne große Umstände dürfen wir zu Hause
in Salzburg wieder einen formation approach machen, wo wir um 11:32
Uhr wohlbehalten landen.
Danach heißt es noch Flieger putzen, Flugbucheintragung und
ab geht’s zum ALB.
Mein Resüme:
Fliegen ist schöner und billiger und weniger
gefährlich als
Auto fahren - was sich schon 3 Wochen später anhand eines Einschreibebriefes
bestätigt.
Rechnung des Mag.Stadt Salzburg für eine am 7.6.2007 begangene
Geschwindigkeitsüberschreitung von 11 km/h,.
Was hab ich den da gemacht am 7.6. in Salzburg? – ach ja, Treffen
bei Schmitzberger Alf wegen Toulouse-Reise.
Autor :
Ferdinand Staudinger